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Training

Krafttraining für Anfänger: Die wichtigsten Grundlagen

4 min Lesezeit

Warum Krafttraining?

Krafttraining ist eine der effektivsten Interventionen für langfristige Gesundheit. Die Evidenz ist eindeutig:

  • Muskelerhalt: Ab dem 30. Lebensjahr verlieren wir ohne Training 3–8% Muskelmasse pro Dekade (Volpi et al., 2004). Krafttraining ist der effektivste Weg, diesem Abbau entgegenzuwirken.
  • Knochengesundheit: Widerstandstraining erhöht die Knochendichte und reduziert das Frakturrisiko (Hong & Kim, 2018).
  • Metabolische Gesundheit: Verbesserte Insulinsensitivität und Glukosetoleranz (Westcott, 2012).
  • Mortalität: Eine Meta-Analyse von Shailendra et al. (2022) fand eine 15% Reduktion der Gesamtmortalität bei regelmässigem Krafttraining.

Die Grundübungen

Compound-Übungen trainieren mehrere Muskelgruppen gleichzeitig und sind zeiteffizient:

Unterkörper

  • Kniebeugen: Quadrizeps, Gesäss, Rumpfstabilität
  • Kreuzheben: Hintere Kette (Rückenstrecker, Gesäss, hintere Oberschenkel)
  • Ausfallschritte: Unilaterale Kraft und Balance

Oberkörper

  • Bankdrücken/Liegestütze: Brust, vordere Schulter, Trizeps
  • Rudern: Oberer Rücken, hintere Schulter, Bizeps
  • Schulterdrücken: Schultern, Trizeps

Rumpf

  • Planks: Statische Rumpfstabilität
  • Pallof Press: Anti-Rotation

Optimale Trainingsfrequenz

Eine Meta-Analyse von Schoenfeld et al. (2016) im Sports Medicine Journal untersuchte die optimale Trainingsfrequenz:

Ergebnis: Jede Muskelgruppe 2x pro Woche zu trainieren ist effektiver als 1x pro Woche – bei gleichem Gesamtvolumen.

Praktische Umsetzung für Anfänger:

  • 2–3 Ganzkörpertrainings pro Woche
  • Mindestens 48 Stunden Pause zwischen den Einheiten

Trainingsvolumen und Intensität

Volumen (Sätze pro Muskelgruppe pro Woche)

  • Anfänger: 6–10 Sätze
  • Fortgeschrittene: 10–20 Sätze

Eine Studie von Krieger (2010) fand, dass mehrere Sätze effektiver sind als Einzelsätze, mit abnehmendem Zusatznutzen ab etwa 4–6 Sätzen pro Übung.

Intensität (Gewicht)

Für Muskelaufbau ist ein breiter Intensitätsbereich effektiv:

  • 6–12 Wiederholungen bei 65–85% des 1RM sind optimal
  • Wichtiger als das exakte Gewicht: Nahe ans Muskelversagen trainieren (1–3 Wiederholungen in Reserve)

Progressive Überlastung

Der Körper passt sich an Belastungen an. Ohne progressive Steigerung gibt es keine Fortschritte.

Methoden der Progression:

  1. Mehr Gewicht: 2,5–5% Steigerung wenn möglich
  2. Mehr Wiederholungen: Von 8 auf 10 auf 12
  3. Mehr Sätze: Von 2 auf 3 pro Übung
  4. Bessere Ausführung: Kontrollierter, voller Bewegungsumfang

Double Progression Methode:

  1. Starte mit einem Gewicht für 8 Wiederholungen
  2. Arbeite dich auf 12 Wiederholungen hoch
  3. Erhöhe das Gewicht, starte wieder bei 8

Häufige Fehler

Zu viel Volumen zu früh

Anfänger benötigen weniger Volumen als Fortgeschrittene. Starte konservativ und steigere langsam.

Ego-Lifting

Zu schwere Gewichte mit schlechter Technik erhöhen das Verletzungsrisiko ohne Zusatznutzen für den Muskelaufbau.

Inkonsistenz

Regelmässigkeit ist wichtiger als Perfektion. Eine Studie von Dankel et al. (2017) zeigte: Selbst einmal pro Woche Training führt zu messbaren Fortschritten – besser als gar nicht.

Vernachlässigung der Regeneration

Übertraining ist bei Anfängern selten, aber Unterregeneration häufig. Schlaf, Ernährung und Stressmanagement sind Teil des Trainings.

Aufwärmen

Ein strukturiertes Aufwärmen reduziert das Verletzungsrisiko und verbessert die Leistung:

  1. Allgemeines Aufwärmen: 5 Minuten leichtes Cardio
  2. Dynamisches Dehnen: Armkreisen, Beinschwingen, Hüftmobilisation
  3. Spezifisches Aufwärmen: 1–2 leichte Sätze der ersten Übung

Statisches Dehnen vor dem Training ist nicht empfohlen – es kann die Kraftleistung kurzfristig reduzieren (Simic et al., 2013).

Beispiel-Trainingsplan (Anfänger)

3x pro Woche, Ganzkörper:

ÜbungSätzeWiederholungen
Kniebeugen38–12
Bankdrücken38–12
Rudern38–12
Rumänisches Kreuzheben38–12
Schulterdrücken28–12
Plank330–60 Sek

Fazit

Krafttraining muss nicht kompliziert sein. Die Grundlagen: Compound-Übungen, 2–3x pro Woche, progressive Steigerung, nahe ans Muskelversagen trainieren. Kombiniert mit ausreichend Schlaf und Protein wirst du als Anfänger schnelle Fortschritte sehen.


Quellen:

  • Schoenfeld BJ et al. (2016). Effects of Resistance Training Frequency on Measures of Muscle Hypertrophy: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sports Medicine.
  • Krieger JW (2010). Single vs. multiple sets of resistance exercise for muscle hypertrophy: a meta-analysis. Journal of Strength and Conditioning Research.
  • Shailendra P et al. (2022). Resistance Training and Mortality Risk: A Systematic Review and Meta-Analysis. American Journal of Preventive Medicine.
  • Simic L et al. (2013). Does pre-exercise static stretching inhibit maximal muscular performance? A meta-analytical review. Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte ich als Anfänger trainieren?
2–3 Ganzkörpertrainings pro Woche mit mindestens 48 Stunden Pause zwischen den Einheiten. Eine Meta-Analyse (Schoenfeld et al., 2016) zeigt: Jede Muskelgruppe 2x pro Woche zu trainieren ist effektiver als 1x. Selbst 1x/Woche führt zu messbaren Fortschritten.
Wie viele Sätze pro Muskelgruppe pro Woche?
Anfänger: 6–10 Sätze pro Muskelgruppe pro Woche. Fortgeschrittene: 10–20 Sätze. Wichtiger als das exakte Volumen ist die Nähe zum Muskelversagen (1–3 Wiederholungen in Reserve) und progressive Steigerung über Zeit.

Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschliesslich zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken. Sie stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar und ersetzen in keinem Fall die fachkundige Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, bestehenden Erkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit oder der Einnahme von Medikamenten konsultiere bitte vor der Anwendung eine Ärztin oder einen Arzt. Die Bunaroba GmbH übernimmt keine Haftung für Entscheidungen, die auf Basis dieser Inhalte getroffen werden. Trotz sorgfältiger Recherche können Fehler nicht ausgeschlossen werden.