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Zutatenlisten lesen: Ein Beispiel mit zwei Proteinpulvern

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Zwei Dosen derselben Produktfamilie können sich stärker unterscheiden, als es die Vorderseite vermuten lässt. Bei bunaroba Protein Nature und Protein Vanille zeigt ein Blick auf die Rückseite, welche Zutaten den Geschmack prägen und wie die Werte pro Portion ausfallen.

Eine Hand hält eine Dose bunaroba Protein Nature
Protein Nature ist eines der beiden Beispiele für den Etikettenvergleich.

Erst die Zutaten, dann die Zahlen

Die Zutatenliste zeigt die Bestandteile grundsätzlich in absteigender Reihenfolge ihres Gewichts bei der Herstellung. Bei beiden Pulvern stehen Erbsenprotein und Hanfprotein vorne. Nature enthält ausserdem Agaveninulin und Maca. Vanille enthält zusätzlich Lucuma und natürliches Vanillearoma. Wer eine kurze Zutatenliste ohne Aroma sucht, erkennt hier den Unterschied sofort.

Die Reihenfolge verrät nicht, wie viele Gramm Protein eine Portion liefert. Dafür ist die Nährwerttabelle da. Bei einer Portion von 30 g stehen dort:

Protein NatureProtein Vanille
Protein16 g15 g
Ballaststoffe3,6 g3,6 g
Zucker1,1 g1,5 g

Das sind die deklarierten Werte für eine Portion, nicht für die ganze Dose. Beim Vergleich anderer Marken zuerst auf dieselbe Bezugsgrösse umstellen: 100 g mit 100 g oder 30 g mit 30 g. Eine «Portion» kann je nach Hersteller verschieden gross sein.

bunaroba Protein Nature und Vanille neben Pulverschalen und einer Zutatenliste

Drei typische Stolpersteine

Zutatenreihenfolge ist kein Rezept in Prozent. Sie zeigt, welche Zutat mehr wiegt, aber nicht die genaue Menge aller Bestandteile. Für bestimmte hervorgehobene Zutaten ist eine separate Mengenangabe vorgeschrieben.

«Ohne Zuckerzusatz» ist nicht «zuckerfrei». Ein Lebensmittel kann von Natur aus Zucker enthalten. Beide Ausdrücke haben in der Schweiz eigene gesetzliche Bedingungen. Entscheidend ist der Eintrag «davon Zucker» in der Nährwerttabelle zusammen mit der Zutatenliste.

Eine Portion ist nicht immer ein Löffel. Pulver setzen sich unterschiedlich dicht in einen Löffel. Wenn du Mengen vergleichen willst, hilft eine Küchenwaage mehr als ein geschätzter Teelöffel.

So prüfst du ein neues Produkt in einer Minute

Lies die ersten drei Zutaten. Suche danach Zutaten, die du vermeiden möchtest, und kontrolliere Allergene. Vergleiche schliesslich die Nährwerte pro 100 g und rechne auf die Menge um, die du tatsächlich verwendest. Bei einem Produkt, das du oft kaufst, lohnt sich dieser eine Blick mehr als ein Werbewort auf der Vorderseite.

Quelle für Kennzeichnung und Reihenfolge: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Lebensmitteletikette.

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